{"id":3542,"date":"2024-05-02T06:06:00","date_gmt":"2024-05-02T05:06:00","guid":{"rendered":"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/?p=3542"},"modified":"2024-05-02T06:06:00","modified_gmt":"2024-05-02T05:06:00","slug":"gruener-ortsverband-auf-exkursion-in-die-wuesten-der-kurpfalz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/?p=3542","title":{"rendered":"Gr\u00fcner Ortsverband auf Exkursion in die \u201eW\u00fcsten der Kurpfalz\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Kennen Sie schon den Maulbeerbuckel? Er liegt etwas versteckt im Walldorfer Wald zwischen der Waldschule und der Lutherischen Br\u00fccke. Im Kiefernwald tut sich dort pl\u00f6tzlich ein lichter Sandh\u00fcgel auf. Doch wo kommt denn da der ganze Sand her? Wieso stehen hier fast keine B\u00e4ume mehr? Was macht den Lebensraum auf dem Maulbeerbuckel so besonders und sch\u00fctzenswert? Und woher kommt denn eigentlich der Name Maulbeerbuckel, obwohl dort doch gar keine Maulbeeren wachsen? Diesen und weiteren Fragen ging der Ortsverband der Gr\u00fcnen gemeinsam mit interessierten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern auf einer kleinen Exkursion unter fachkundiger Leitung von Maximilian Himberger, Gr\u00fcnen-Stadtrat und Maulbeerbuckel-Experte, nach. Die wichtigsten Inhalte der Exkursion haben wir Ihnen hier nochmal aufbereitet:<\/p>\n\n\n\n<p>Aus geographischer Sicht ist der Maulbeerbuckel eine Binnend\u00fcne \u2013 das hei\u00dft, eine D\u00fcne ohne angrenzendes Meer. Nach Ende der letzten Eiszeit ist der Rhein hier im Oberrheingraben weit verzweigt und nur periodisch geflossen. Dabei hat er Steine und Sand aus den Alpen mitgetragen &#8211; je weiter weg von den Alpen, desto feiner die Korngr\u00f6\u00dfe. In den Zeitr\u00e4umen, in denen der Rhein aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht floss, wurde dieser Sand ausgeweht und hat sich dann an der aufgrund der steigenden Temperaturen wieder aufkommenden Vegetation langsam abgelagert. Hier bei uns relativ grober Sand &#8211; weiter weg im Kraichgau dann der L\u00f6ss, der wesentlich feiner ist und daher weiter transportiert werden konnte. So sind die Sandd\u00fcnen entstanden, die in den folgenden Jahrhunderten immer weiter zugewachsen sind. \u00dcbrigens nicht mit den heutigen Kiefern, sondern mit einem Eichen-Buchen-Mischwald.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Mittelalter, als der Siedlungsdruck immer gr\u00f6\u00dfer wurde, fingen die Bauern dann an, ihre Tiere (vor allem Schweine) zur Mast in den Wald zu treiben. Diese haben dann die Eicheln, Bucheckern und jungen Baumtriebe weggefressen, wodurch sich der Wald nicht mehr erneuern konnte. Langsam aber sicher sind so die offenen Sandfl\u00e4chen entstanden, auf denen sich ganz besondere Tier- und Pflanzenarten niedergelassen haben. Die Kiefern wurden vom Kurf\u00fcrsten angepflanzt, der auf den damals offenen Sandfl\u00e4chen und lichten Kiefernw\u00e4ldern oft zur Jagd unterwegs war. Auch der Name Maulbeerbuckel ist \u00fcbrigens auf den Kurf\u00fcrsten zur\u00fcckzuf\u00fchren: Zur Seidenproduktion wollte er hier in der Gegend Maulbeerb\u00e4ume zur Zucht von Seidenraupen pflanzen &#8211; aber das hat nicht so wirklich geklappt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die Waldweide im Zuge der Industrialisierung dann beendet wurde, sind die Sandfl\u00e4chen auch schnell wieder zugewachsen und die Arten wurden wieder verdr\u00e4ngt. Im Zuge des NABU-Projekts \u201eLebensader Oberrhein\u201c wurden diese Fl\u00e4chen mit schweren Maschinen wieder freigelegt und die B\u00e4ume gef\u00e4llt, um einen Beitrag zu Biodiversit\u00e4t zu leisten. Denn einige dieser Arten kommen landesweit nur auf diesen Sandfl\u00e4chen in unserer Region vor. Die so entstehenden Biotoptypen sind \u00fcber die FFH-Richtlinien gesch\u00fctzt und beheimaten einige Arten auf der Roten Liste. Besonders f\u00fcr seltene Wildbienen sind sie ein Paradies. Aber auch der D\u00fcnen-Sandlaufk\u00e4fer f\u00fchlt sich mit seinen langen Beinen sehr wohl auf dem im Sommer bis zu 70 Grad Celsius hei\u00dfen Sand. Seltene Pflanzenarten wie zum Beispiel die Wohlriechende Skabiose f\u00fchlen sich auf den trockenen Sandb\u00f6den ebenso wohl wie der Wiedehopf, der auf den offenen Sandfl\u00e4chen auf Insektenjagd geht. Denkbar ist auch eine Wiedereinf\u00fchrung der Waldweide mit Schafen oder Ziegen, denn sie tr\u00e4gt auch zur Verbreitung der Arten auf den Sand-Biotopen bei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-rounded\"><img decoding=\"async\" data-id=\"3390\" src=\"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/K1600_G-23_b-2-800x578.jpg\" alt=\"Maximilian Himberger\" class=\"wp-image-3390\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Maximilian Himberger<\/figcaption><\/figure>\n<\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kennen Sie schon den Maulbeerbuckel? Er liegt etwas versteckt im Walldorfer Wald zwischen der Waldschule und der Lutherischen Br\u00fccke. Im Kiefernwald tut sich dort pl\u00f6tzlich ein lichter Sandh\u00fcgel auf. 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