{"id":3069,"date":"2023-11-17T03:19:00","date_gmt":"2023-11-17T02:19:00","guid":{"rendered":"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/?p=3069"},"modified":"2023-11-17T03:19:00","modified_gmt":"2023-11-17T02:19:00","slug":"3069-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/?p=3069","title":{"rendered":"Erstellung Hitzeaktionsplan f\u00fcr Walldorf beschlossen!"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Sitzung des Gemeinderats am 24.10.2023 stand die Verabschiedung des Entwurfes eines Hitzeaktionsplans, die auf einem Antrag unserer Fraktion beruht, auf der Tagesordnung. Stadtrat Max Himberger hielt die Stellungnahme f\u00fcr unsere Fraktion im Gemeinderat.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimawandel findet statt und die Ursachen dieser globalen Krise liegen bei uns Menschen. So lautet der allgemeine wissenschaftliche Konsens, der unter anderem in den Berichten des Weltklimarates IPCC nachzulesen ist. Dazu zun\u00e4chst ein paar Hintergr\u00fcnde:<\/p>\n\n\n\n<p>Um die <strong>Erderw\u00e4rmung m\u00f6glichst gering zu halten<\/strong>, m\u00fcssen wir die Treibhausgasemissionen so schnell wie m\u00f6glich einstellen und insbesondere unsere Energie, aber auch die Mobilit\u00e4t und die Industrie CO2-neutral gestalten. <strong>Hierf\u00fcr haben wir hier in Walldorf im Rahmen unserer M\u00f6glichkeiten schon vieles getan<\/strong> &#8211; und viele neue Projekte sind schon in der Pipeline.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch es gibt ein Problem: Selbst, wenn wir jetzt sofort alle Emissionen einstellen, w\u00fcrde das die Klimakrise nicht sofort stoppen. Das Klimasystem reagiert tr\u00e4ge, chemische und physikalische Prozesse sind bereits angesto\u00dfen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass nach 1000 Jahren immer noch bis zu 40% der CO2-Emissionen in der Atmosph\u00e4re vorhanden sind. <strong>Die Erderw\u00e4rmung kann also nicht sofort r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden<\/strong> und die Klimafolgen bleiben auch bei sofortigem Emissionsstopp &#8211; der leider nicht realistisch ist &#8211; bestehen. Davon abgesehen, sind viele der Klimafolgen unumkehrbar und auch das Erreichen sogenannter Kipppunkte macht eine R\u00fcckkehr zu den klimatischen Bedingungen vor der Industrialisierung in einem f\u00fcr uns Menschen greifbaren Zeitraum unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir brauchen neben dem dringenden Klimaschutz und der Minderung der Treibhausgas-Emissionen also auch mindestens genauso dringend eine Anpassung an die Folgen der Klimakrise.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Folgenden gehe ich darauf ein, warum der Hitzeaktionsplan so wichtig f\u00fcr uns hier in Walldorf ist:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg, kurz LUBW, schreibt in ihrem Bericht zur Klimaentwicklung in Baden-W\u00fcrttemberg:&nbsp;Die Sommer werden hei\u00dfer. <strong>Zum Ende des Jahrhunderts k\u00f6nnten es im Extremfall landes\u00adweit durchschnittlich pro Jahr 38 statt bisher etwa 5 Hei\u00dfe Tage mit Temperaturen von 30 Grad und mehr sein.\u201c<\/strong> und weiter: \u201e&nbsp;Regional betrachtet werden der Oberrheingraben und der Rhein-Neckar-Raum, wie heute auch, die h\u00f6chsten Tem\u00adperaturen zu verzeichnen haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Bekanntlich liegt Walldorf mitten im Oberrheingraben und ist daher landesweit mit am st\u00e4rksten von den Folgen des Klimawandels betroffen. Das Projekt LoKlim der Universit\u00e4t Freiburg zeigt die lokalen Klimafolgen f\u00fcr die einzelnen Kommunen im Land &#8211; wie sieht das f\u00fcr Walldorf aus: Im Vergleich zum Referenzzeitraum 1971-2000 wird es bis 2100 deutlich hei\u00dfer<strong>, die mittlere Jahrestemperatur steigt von 10,6 auf 14,1 Grad Celsius.<\/strong> Hei\u00dfe Tage mit <strong>\u00fcber 30 Grad wird es deutlich mehr geben: von 12 steigt die Anzahl auf 42 Tage bis 2100.<\/strong> Auch die Tropenn\u00e4chte, die dem K\u00f6rper keine Erholung g\u00f6nnen, weil die Temperaturen auch in der Nacht noch mehr als 20 Grad Celsius betragen, werden von 0 auf 23 Tage im Jahr steigen. Im Kernbereich der Stadt, der sich st\u00e4rker erhitzt als das Umland und die Hitze aufgrund der versiegelten Fl\u00e4chen besser speichert, werden diese Hitze und ihre Folge nochmal deutlicher zu sp\u00fcren sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schon heute ist die Hitze ein gro\u00dfes Gesundheitsrisiko<\/strong>: Laut RKI waren es 2022 \u00fcber 4.000 und 2023 \u00fcber 3.000 hitzebedingte Todesf\u00e4lle in Deutschland. Zahlen, die die Dringlichkeit des Handelns deutlich machen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir in der Kommunalpoltik haben dabei die gro\u00dfe Verantwortung, diesen Klimafolgen so gut wie m\u00f6glich entgegenzuwirken und insbesondere die Risikogruppen vor der Hitze zu sch\u00fctzen<\/strong> &#8211; Risikogruppen, das sind zum Beispiel&nbsp;<strong>\u00e4ltere Menschen, S\u00e4uglinge, Kleinkinder, aber auch Menschen, die im Freien k\u00f6rperlich arbeiten und Menschen, die in Gemeinschaftsunterk\u00fcnften leben oder wohnungslos sind und daher keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr k\u00fchle R\u00fcckzugsr\u00e4ume finden. <\/strong>Und es geht auch darum, Walldorf insgesamt bei gro\u00dfer Hitze so lebenswert wie m\u00f6glich zu gestalten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Deshalb haben wir von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen den Antrag auf die Erstellung eines Hitzeaktionsplans gestellt.<\/strong> Dieser soll sich mit seinen Ma\u00dfnahmen zusammen mit anderen Pl\u00e4nen und Konzepten (Landschaftsplan, Innenstadtkonzept usw.) in ein Gesamtkonzept einf\u00fcgen, das Walldorf fit f\u00fcr die Zukunft macht. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Hitzeaktionsplan hat die Verwaltung drei Teilbereiche ausgemacht, die wir ebenfalls als sinnvoll erachten:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Vorbereitung vor dem Sommer<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Akutma\u00dfnahmen bei Hitzewellen<\/p>\n\n\n\n<p>\u2022 Langfristige Entwicklung und Planung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei der Vorbereitung ist vor allem die \u00d6ffentlichkeitsarbeit gefragt<\/strong> und die Vernetzung von sozialen Diensten und Nachbarschaftshilfen &#8211; und im Grunde auch wir alle! Das Durstgef\u00fchl nimmt im Alter ab &#8211; aber gerade bei gro\u00dfer Hitze ist es lebensnotwendig, ausreichend zu trinken. Die allermeisten hier kennen Menschen in fortgeschrittenem Alter, daher der Appell: K\u00fcmmern Sie sich gerade im Sommer verst\u00e4rkt darum, dass sie das Trinken nicht vernachl\u00e4ssigen!<\/p>\n\n\n\n<p>Die Akutma\u00dfnahmen drehen sich vor allem um den konkreten Schutz vor der Hitze: <strong>Wo k\u00f6nnen wir k\u00fchle Orte einrichten, wo brauchen wir zus\u00e4tzlichen Schatten?<\/strong> Hier k\u00f6nnen wir uns auch sehr gut eine B\u00fcrger:innenbeteiligung vorstellen, um von den Erfahrungen und Ideen aller Walldorfer:innen zu profitieren. Ein besonderer Fokus muss dabei auch auf den st\u00e4dtischen und Stadtnahen Einrichtungen liegen &#8211; <strong>sind die Seniorenheime gut vorbereitet, um schnell auf die akute Hitze zu reagieren?<\/strong> Leistet die Stadt als Arbeitgeberin ausreichend Hitzeschutz f\u00fcr ihre Mitarbeitenden? Sind die wohnungslosen Menschen und die Gefl\u00fcchteten hier in Walldorf ausreichend vor der Hitze gesch\u00fctzt? <strong>Diesen Fragen muss bei der Umsetzung des Hitzeaktionsplans nachgegangen werden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die langfristige Entwicklung und Planung kann und muss eng mit den anderen st\u00e4dtebaulichen Ver\u00e4nderungen einhergehen, die hier in Walldorf gerade im Gange sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen w\u00fcnschen uns f\u00fcr die Zukunft ein gr\u00fcnes (nicht nur politisch &#8211; in diesem Kontext sind vor allem <strong>B\u00e4ume, Gr\u00fcnfl\u00e4chen und Fassaden- sowie Dachbegr\u00fcnung oder auch die Baumschutzsatzung<\/strong>, die wir ja auch schonmal beantragt hatten, gemeint), <strong>klimafreundliches und gut an die Klimafolgen angepasstes Walldorf mit einer hohen Aufenthaltsqualit\u00e4t auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen und einer hohen Lebensqualit\u00e4t<\/strong> insgesamt. Die langfristigen Ma\u00dfnahmen des Hitzeaktionsplans tragen dazu bei. <strong>Deshalb sind wir froh, dass hierbei alle Fraktionen an einem Strang ziehen<\/strong> &#8211; packen wir es gemeinsam an! Wir stimmen daher dem Hitzeaktionsplan zu und pl\u00e4dieren daf\u00fcr, ihn laufend weiterzuentwickeln und stetig neue Impulse und Ideen aufzunehmen &#8211; denn so wie sich das Klima wandelt, m\u00fcssen auch wir hier auf den Wandel reagieren. In diesem Kontext <strong>begr\u00fc\u00dfen wir auch<\/strong> die heute von Herrn BM Renschler <strong>angek\u00fcndigte Schaffung der Stelle eines Klimaanpassungsmanagers\/-managerin, <\/strong>die sich dann auch um dieses wichtige Thema k\u00fcmmern kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-rounded\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/K1600_G-23_b-2-800x578.jpg\" alt=\"Maximilian Himberger\" class=\"wp-image-3390\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Maximilian Himberger<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Sitzung des Gemeinderats am 24.10.2023 stand die Verabschiedung des Entwurfes eines Hitzeaktionsplans, die auf einem Antrag unserer Fraktion beruht, auf der Tagesordnung. 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