{"id":2441,"date":"2022-05-30T06:17:00","date_gmt":"2022-05-30T05:17:00","guid":{"rendered":"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/?p=2441"},"modified":"2022-05-30T06:17:00","modified_gmt":"2022-05-30T05:17:00","slug":"unterschutzstellung-der-storchenwiese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/?p=2441","title":{"rendered":"Unterschutzstellung der Storchenwiese"},"content":{"rendered":"\n<p>In der Sitzung am 10, Mai 2022 ging es im Gemeinderat erneut um die Sicherung der Storchenwiese als Lebensraum f\u00fcr St\u00f6rche und andere Lebewesen. Die Rede f\u00fcr die Fraktion hielt Stadtrat Maximilian Himberger.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrter Herr B\u00fcrgermeister Renschler, Sehr geehrte Damen und Herren,&nbsp; Liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p>Der<strong> Wei\u00dfstorch ist das inoffizielle Wappentier der Stadt Walldorf<\/strong>. Auf der Storchenwiese hat er einen wichtigen Lebensraum: Die eigens aufgestellten Horst-T\u00fcrme werden zur Brut genutzt, auf der Wiese selbst findet er seine Nahrung. Und auch an der benachbarten M\u00fcllhalde kann man oft sehr viele St\u00f6rche beobachten, wie sie auf dem Zaun Ausschau nach ihrer Beute halten.<\/p>\n\n\n\n<p>Rundum kann man sagen: <strong>Dem Storch geht es gut hier bei uns in Walldorf.<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aber warum soll die Storchenwiese dann einen Schutzgebietsstatus nach Paragraph 29 des Bundesnaturschutzgesetzes bekommen? Gibt es hier nicht genug Wei\u00dfst\u00f6rche?<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Frage m\u00f6chte ich etwas weiter ausholen:<\/p>\n\n\n\n<p>Im Naturschutz ist es sehr wichtig, nicht nur kleinr\u00e4umigen, lokale Vorkommen zu betrachten, sondern das <strong>Vorkommen auf gro\u00dfen Ma\u00dfstabsebenen und dessen zeitliche Entwicklung im Blick zu haben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>So kann man auf einer Karte der Landesanstalt f\u00fcr Umwelt Baden-W\u00fcrttemberg, auf der die von Wei\u00dfst\u00f6rchen besetzten Horststandorten aus den Jahren 2015 bis 2019 kartiert sind, gut erkennen, dass der Wei\u00dfstorch zwar hier bei uns im Oberrheingraben sowie beispielsweise entlang der Donau und am Bodensee gr\u00f6\u00dfere Vorkommen aufweist &#8211; schon im benachbarten Kraichgau oder im Stuttgarter Raum jedoch fast keines mehr. <strong>Landesweit gesehen haben wir hier also eine besondere Verantwortung, wenn es darum geht, die bestehenden Lebensr\u00e4ume dieser Vogelart zu erhalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem ging es dem Storch noch nicht immer so gut wie heute &#8211; durch die Umwandlung zahlreicher Feuchtwiesen zu Acker- und Bauland ging sein Lebensraum noch vor wenigen Jahrzehnten immer weiter zur\u00fcck. <strong>Erst durch gro\u00dfe Bem\u00fchungen, den Wei\u00dfstorch wieder anzusiedeln, konnte die Population wieder gest\u00e4rkt werden<\/strong>. Auch heute erholt sich der Bestand immer weiter. Das sieht man auch an der Roten Liste f\u00fcr Brutv\u00f6gel, auf der Vogelarten nach Grad ihrer Gef\u00e4hrdung aufgelistet sind. Der Wei\u00dfstorch konnte dort auf der aktuellen Liste aus dem Jahr 2021 im Vergleich zur vorherigen aus dem Jahr 2016 von der Kategorie 3: gef\u00e4hrdet auf die sogenannte Vorwarnliste wechseln &#8211; das bedeutet, dass sein Bestand deutschlandweit zumindest nicht mehr akut gef\u00e4hrdet ist. Er sollte aber trotzdem weiter beobachtet und entsprechend gesch\u00fctzt werden. <strong>Die Vergangenheit zeigt also, dass es keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, hier so viele St\u00f6rche beobachten zu k\u00f6nnen.<\/strong> Wir sollten uns deshalb mit eben einem solchen Schutzstatus auch nachhaltig bem\u00fchen, seine Lebensr\u00e4ume zu sch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von einem nachhaltig angelegten Schutzgebiet auf der Storchenwiese, wie es der NABU schon im Jahr 2019 angesto\u00dfen hat &#8211;&nbsp;danke nochmals daf\u00fcr! &#8211; profitiert auch nicht nur der Wei\u00dfstorc<\/strong>h! Auch f\u00fcr weitere Vogelarten ist die Feuchtwiese am Ortsausgang Richtung Nu\u00dfloch ein wichtiges Rast- oder sogar Brutgebiet. So hat der NABU dort laut einer Kartierung mit dem Stand 2019 beispielsweise schon den Kiebitz, den Zwergtaucher, die Krickente, das Braunkehlchen oder die Wasserralle beobachtet. <strong>Auf der Wiese kommen seltene Pflanzenarten wie die Nelken-Sommerwurz oder die Echte Schl\u00fcsselblume vor und auch beispielsweise gef\u00e4hrdete Schmetterlingsarten finden auf der Storchenwiese einen Lebensraum.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein muss uns jedoch klar sein: Fr\u00f6sche werden wir auf der Storchenwiese keine sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Das geh\u00f6rt zum sogenannten Zielkonflikt, der im Naturschutz oft diskutiert wird. Manchmal schlie\u00dft der Schutz einer Art eben den Schutz einer anderen aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen stimmen trotzdem f\u00fcr eine Unterschutzstellung der Storchenwiese nach Paragraph 29 Bundesnaturschutzgesetzt und die Aufstellung einer entsprechenden Schutzsatzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem <strong>unterst\u00fctzen wir ausdr\u00fccklich, dass unabh\u00e4ngig davon die Beantragung eines Naturschutzgebietes gem\u00e4\u00df des Beschlusses aus dem Jahr 2019 weiter verfolgt wird.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Sitzung am 10, Mai 2022 ging es im Gemeinderat erneut um die Sicherung der Storchenwiese als Lebensraum f\u00fcr St\u00f6rche und andere Lebewesen. 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