{"id":2373,"date":"2022-05-10T06:02:00","date_gmt":"2022-05-10T05:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/?p=2373"},"modified":"2022-05-10T06:02:00","modified_gmt":"2022-05-10T05:02:00","slug":"waldbegehung-des-walldorfer-gemeinderates","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/?p=2373","title":{"rendered":"Waldbegehung des Walldorfer Gemeinderates"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit F\u00f6rster Gunter Glasbrenner, dem Forstbezirksleiter Philipp Schweigler und der Verwaltungsspitze war der Gemeinderat im Walldorfer Wald unterwegs. An verschiedenen Stellen konnten die derzeitigen Probleme des \u00f6rtlichen Waldes in Augenschein genommen werden<\/p>\n\n\n\n<p>Un\u00fcbersehbar f\u00fcr alle Waldbesucherinnen und -besucher ist der \u00fcberaus gro\u00dfe Anteil kranker und absterbender B\u00e4ume. In fast allen Bereiches des Forstreviers ist der Waldbestand durch die Trockenheit der vergangenen Jahre schwer zu Schaden gekommen. Hinzu kommen gefr\u00e4\u00dfige Maik\u00e4fer, durstige Misteln und aggressive Pilze, die die B\u00e4ume, besonders der Hauptbaumart Kiefer, schwer sch\u00e4digen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00c4ste k\u00f6nnen herunterfallen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Wald gilt das freie Betretungsrecht \u2013 stets auf eigene Gefahr, weshalb F\u00f6rster Glasbrenner immer wieder auf erh\u00f6hte Achtsamkeit im Wald hinweist: <strong>\u201eIm Wald ist mit sogenannten waldtypischen Gefahren zu rechnen. <\/strong>Dieser kritische Zustand unseres Waldes wird sich auch in den n\u00e4chsten Jahren, aufgrund von Klimawandel, der damit verbundenen Temperaturerh\u00f6hung und Trockenheit, kurzfristig nicht erholen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAlles Schadholz kann nicht geerntet werden. Waldbilder mit D\u00fcrrst\u00e4ndern, Kiefern mit roten Kronen und viel Totholz werden in unseren W\u00e4ldern eher zum Regelfall als zur Ausnahme werden<\/strong>&#8222;, so die Forstleute. Zumindest f\u00fcr die auf lichte W\u00e4lder oder totes Holz angewiesenen Tier- und Pflanzenarten sei das eine positive Nachricht. Auf Fl\u00e4chen, auf denen nahezu alle B\u00e4ume abgestorben sind und keine nat\u00fcrliche Ansamung von jungen B\u00e4umen (&#8222;Naturverj\u00fcngung&#8220;) da ist, werden trockenheitstolerante Baumarten gepflanzt. Das sind zum Beispiel Eichen, Hainbuchen und Feldahorn. Diese sogenannte Kulturt\u00e4tigkeit ist sehr schwierig und nur mit hohem Aufwand erfolgversprechend, weil neben der Trockenheit auch der Wurzelfra\u00df der Maik\u00e4ferengerlinge und die Konkurrenz durch Neophyten wie der Kermesbeere den jungen B\u00e4umchen zusetzen. Der Waldumbau durch Anlage von anderen, neuen Kulturen wird hohe Kosten verursachen und nicht auf allen Fl\u00e4chen umsetzbar sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf gro\u00dfer Fl\u00e4che jedoch werden die aktuellen Best\u00e4nde die Grundlage des zuk\u00fcnftigen Waldes sein: Naturverj\u00fcngung von Kiefern mit beigemischten Buchen, Hainbuchen und Eichen. Ob sich daraus ein stabiler Wald entwickelt, der an dauerhaft w\u00e4rmeres Klima angepasst ist, ist derzeit nicht mit Sicherheit zu beurteilen. Die Anpassung an die neuen Klimaverh\u00e4ltnisse kann sowohl durch genetische Selektion, aber auch durch eine physiologische Anpassung \u2013 das bedeutet geringere Baumh\u00f6he und gr\u00f6\u00dfere Wurzelanteile \u2013 erfolgen. Unterst\u00fctzt wird diese Anpassung durch forstliche Eingriffe, die Wurzelwachstum f\u00f6rdern und klimastabile Baumarten pflegen. Unklar ist noch, ob Geschwindigkeit der Anpassung reicht, um die W\u00e4lder zu stabilisieren. Weiter ist auch das Ausma\u00df der Klimaerw\u00e4rmung offen \u2013 <strong>die Rasanz der Klimaver\u00e4nderung ist in der Menschheitsgeschichte einmalig<\/strong>. Deshalb werden erst die nachfolgenden Generationen den Erfolg dieser Ma\u00dfnahmen in der R\u00fcckschau beurteilen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wald leidet ganz besonders unter der aufgrund des Klimawandels zunehmenden Trockenheit &#8211; die sandigen B\u00f6den hier in der Region versch\u00e4rfen die Problematik nochmals. <strong>Aber wir tun hier in Walldorf unser Bestes, um den Klimafolgen entgegenzuwirken und unterst\u00fctzen unseren F\u00f6rster dabei, der \u201enichts Sinnvolles unversucht\u201c lassen m\u00f6chte.<\/strong> An verschiedenen Stellen konnte eine erfolgreiche Naturverj\u00fcngung beobachtet werden &#8211; besonders Eichen werden hier in Zukunft das Bild des Waldes pr\u00e4gen, da sie mit der Trockenheit besser zurechtkommen. Daneben gibt es auch Fl\u00e4chen, auf denen mit neuen Baumarten experimentiert wird &#8211; die Forschung hat hier einen gro\u00dfen Stellenwert, es wird eng mit der Forstlichen Versuchsanstalt zusammengearbeitet. Aber auch Schulkinder sind wichtige Kooperationspartner des F\u00f6rsters: So wurde ein Projekt mit sogenannten H\u00e4hertischen (Eichelh\u00e4her bedienen sich auf selbstgebauten Holztischen an dort abgelegten Eicheln, verstecken sie im Wald und finden im Winter nur noch einen Teil davon &#8211; die unentdeckten Eicheln tragen zur Verj\u00fcngung des Waldes bei) initiiert, nachhaltige Wuchshilfen aus Holz aufgestellt und<strong> nat\u00fcrlich ist auch das Waldklassenzimmer eine wichtige waldp\u00e4dagogische Institution!<\/strong> Nicht unerw\u00e4hnt soll au\u00dferdem der Waldnaturschutz bleiben: Stolz sind wir in Walldorf auf besonders sch\u00fctzenswerte Bereiche im Wald: Die Waldweide auf den Sandd\u00fcnen am Reilinger Eck und der besondere Lebensraumtyp der sarmatischen Steppe &#8211; ein lichter Kiefernwald auf kalkhaltigen Sandboden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized is-style-rounded\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Waldbegehung1-800x1188.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2377\" width=\"226\" height=\"335\"\/><figcaption>Max Himberger und Matthias Renschler<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinsam mit F\u00f6rster Gunter Glasbrenner, dem Forstbezirksleiter Philipp Schweigler und der Verwaltungsspitze war der Gemeinderat im Walldorfer Wald unterwegs. 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