{"id":1590,"date":"2020-12-12T22:00:00","date_gmt":"2020-12-12T21:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/walldorf.gruene-kurpfalz-hardt.de\/?p=1590"},"modified":"2020-12-12T22:00:00","modified_gmt":"2020-12-12T21:00:00","slug":"1590-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/?p=1590","title":{"rendered":"Wald: Bewirtschaftungs- und Betriebsplan"},"content":{"rendered":"\n<p>Den von den Auswirkungen des Klimawandels stark gepr\u00e4gten Forstbetriebsplan f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2021 stellten Philipp Schweigler, Leiter des Forstbezirks Kraichgau-Rheintal, und Walldorfs Revierleiter Gunter Glasbrenner in der Gemeinderatsitzung am 8. Dezember 2020 vor. Der Plan fand die einhellige Zustimmung unserer Fraktion.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Stellungnahme hielt Stadtrat Max Himberger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geehrte Frau B\u00fcrgermeisterin Staab,<br>Sehr geehrter Herr Oberforstrat Schweigler,,<br>Sehr geehrter Herr Forstamtsrat Glasbrenner,<br>Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,<\/p>\n\n\n\n<p><br>der <strong>Forstbericht f\u00fchrt uns deutlich vor Augen<\/strong>, dass <strong>die Klimakrise<\/strong> nicht nur Gletscher, Polkappen und S\u00fcdseeinseln bedroht &#8211; sie trifft uns auch hier, <strong>direkt vor unserer Haust\u00fcre<\/strong>, mit voller Wucht! <\/p>\n\n\n\n<p>Wie im Bericht erw\u00e4hnt, kann sie in manchen F\u00e4llen sogar <strong>Lebensgefahr <\/strong>bedeuten &#8211; etwa, wenn vertrocknete und abgestorbene \u00c4ste abbrechen und m\u00f6glicherweise einen Spazierg\u00e4nger erschlagen! Dieses Risiko steigt erheblich, wenn der Klimawandel weiter voranschreitet und wir keine Mittel und Wege finde, unseren heimischen Wald fit f\u00fcr diese Herausforderung zu machen.  Denn: Je mehr vertrocknete B\u00e4ume es gibt, desto h\u00f6her ist die Wahrscheinlichkeit, im falschen Moment unter dem falschen Baum zu stehen!<\/p>\n\n\n\n<p><br>Es ist ein komplexes Zusammenwirken von Trockenheit, gefr\u00e4\u00dfigen Insekten wie den Engerlingen der Maik\u00e4fer und dem eindringen gebietsfremder Arten, den sogenannten Neophyten wie beispielsweise der Kermesbeere, das unserem Wald schwer zu schaffen<br>macht. <strong>Und \u00fcber allem steht die Klimakrise als verst\u00e4rkender Faktor.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Lassen Sie mich ein wenig ausholen:<br>Statistiken zur Klimafolgenforschung zeigen, <strong>dass der Klimawandel deutliche Auswirkungen<\/strong> auf das Wettergeschehen vor Ort und damit <strong>auf den Zustand des Waldes hat:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Sommermonate werden hei\u00dfer und trockener. Mehrere Tage oder sogar Wochen am St\u00fcck bleiben Regenf\u00e4lle aus. Der wenige Regen, der dann doch ab und zu f\u00e4llt, versickert sehr schnell in unserem sehr sandigen, grobporigen Boden, <strong>der Grundwasserpegel sinkt und wird f\u00fcr die Wurzeln der B\u00e4ume unerreichbar<\/strong>. Man sieht dies zuerst an den Baumkronen, die absterben, weil sie nicht mehr ausreichend mit<br>Wasser versorgt werden k\u00f6nnen.<\/li><li>Die Wintermonate werden hingegen w\u00e4rmer und feuchter &#8211; ganz aktuell war der <strong>November europaweit mal wieder der w\u00e4rmste Monat seit Beginn der Temperaturaufzeichnung.<\/strong> Hiervon profitieren beispielsweise Sch\u00e4dlinge ganz besonders! Die Engerlinge der Maik\u00e4fer, die im Winter im Boden verweilen, fallen nicht mehr dem Frost zum Opfer und durch die steigenden Temperaturen verl\u00e4ngert sich auch die Saison, in der die Sch\u00e4dlinge aktiv sind und den B\u00e4umen in unserem Wald so schwer zusetzen.<\/li><li>Neophyten wie die Kermesbeere hingegen geh\u00f6ren zu den Profiteuren des Klimawandels. Sie m\u00f6gen die w\u00e4rmeren Temperaturen, die sie aus ihren urspr\u00fcnglichen Verbreitungsgebieten gewohnt sind, und nehmen den heimischen Pflanzen das Licht und die N\u00e4hrstoffe im Waldboden weg, was letztendlich zu einer Verdr\u00e4ngung f\u00fchrt.<br>Wer \u00f6fters im Walldorfer Wald unterwegs ist, kennt die Fl\u00e4chen, auf denen neben den Kermesbeeren auf dem Waldboden sonst nicht viel anderes w\u00e4chst.<br><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Hier ist die Forstverwaltung nun gefragt, wenn es darum geht, den Wald zukunftsf\u00e4hig aufzustellen und eine Baumartenzusammensetzung zu finden, die resillienter gegen\u00fcberden Folgen der Klimakrise ist &#8211; <strong>aber auch wir als Gemeinderat k\u00f6nnen unseren Teil dazu beitragen, das Waldsterben aufzuhalten<\/strong>: N\u00e4mlich, indem wir den Klimaschutz in unserer Stadt immer weiter vorantreiben! <strong>Diese beiden Bereiche &#8211; Waldschutz und Klimaschutz &#8211; bedingen sich gegenseitig<\/strong>. Ein gesunder Wald speichert CO2 und sch\u00fctzt damit das Klima. Klimaschutz tr\u00e4gt dazu bei, dass sich die Folgen der Klimakrise im Rahmen halten<br>und der Wald keine gro\u00dfen Sch\u00e4den davontr\u00e4gt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Um es kurz zu fassen: Waldschutz ist Klimaschutz und Klimaschutz ist Waldschutz!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Die Klimakrise bringt das \u00f6kologische Gleichgewicht also massiv durcheinander<\/strong> &#8211; und wie der Forstbericht deutlich zeigt, hat die Klimakrise auch gro\u00dfe \u00f6konomische Auswirkungen! Da nat\u00fcrlich stets die Verkehrssicherheit im f\u00fcr uns alle sehr wichtigen Naherholungsgebiet gew\u00e4hrleistet sein muss, m\u00fcssen die Forstarbeiter nun auch \u00f6fters<br>anr\u00fccken, um gef\u00e4hrliche Situationen mit vertrockneten \u00c4sten beseitigen. Und das Holz der vertrockneten B\u00e4ume l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich auch schlechter verkaufen.  Das macht sich auch in der <strong>wirtschaftlichen Bilanz<\/strong> bemerkbar.<\/p>\n\n\n\n<p><br>F\u00fcr zwei Bereiche, die im Forstbericht aufgef\u00fchrt werden, <strong>geben wir von B\u00fcndnis 90\/DieGr\u00fcnen auch in Zukunft gerne Geld aus<\/strong>, denn die Investitionen lohnen sich hier. <\/p>\n\n\n\n<p>Gemeint sind der <strong>Wald-Naturschut<\/strong>z und die <strong>Waldp\u00e4dagogik.<\/strong><br>Im Bereich des Wald-Naturschutzes haben wir hier in Walldorf eine besondere Verantwortung f\u00fcr die Bewahrung der Vielfalt von Arten und Lebensr\u00e4umen: Die Naturschutzfl\u00e4chen auf den Sandd\u00fcnen-Fl\u00e4chen am Reilinger Eck und auf dem Maulbeerbuckel beheimaten viele seltene Tier und Pflanzenarten. Insbesondere f\u00fcr Wildbienen sind sie ein Paradies. Die Bewirtschaftung durch menschliche und auch tierische Forstarbeiter ist dabei n\u00f6tig, um diese historischen Kulturlandschaften offen zu<br>halten und ein Zuwachsen der Fl\u00e4chen, das viele der Arten wieder verdr\u00e4ngen w\u00fcrde, zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Die Waldp\u00e4dagogik ist f\u00fcr all das von gro\u00dfer Bedeutung<\/strong>: Denn wer von klein auf einen Bezug zum heimischen Wald vermittelt bekommt, wird sich sp\u00e4ter auch deutlich st\u00e4rker daf\u00fcr einsetzen, diesen zu sch\u00fctzen und zu erhalten! Hier danken wir Herrn Glasbrenner und Frau Ehnert f\u00fcr die tolle Arbeit, die im Waldklassenzimmer und in Kooperation mit den Walldorfer Schulen geleistet wird! <\/p>\n\n\n\n<p>Wir hoffen, dass die Situation im Jahr 2021 auch wieder mehr Aktivit\u00e4ten zul\u00e4sst, denn den Kindern macht das Lernen im Wald Spa\u00df und <strong>f\u00fcr den Waldschutz ist eine gute Waldp\u00e4dagogik Gold wert.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Wir von B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen bedanken uns nochmal ganz herzlich bei Herrn Glasbrenner und seinem Team und stimmen dem vorliegenden Bewirtschaftungs- und Betriebsplan zu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den von den Auswirkungen des Klimawandels stark gepr\u00e4gten Forstbetriebsplan f\u00fcr das Wirtschaftsjahr 2021 stellten Philipp Schweigler, Leiter des Forstbezirks Kraichgau-Rheintal, und Walldorfs Revierleiter Gunter Glasbrenner in der Gemeinderatsitzung am 8&#8230;. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1596,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10,13,22,23],"tags":[],"class_list":["post-1590","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gemeinderat","category-klima","category-stellungnahme","category-umwelt-natur"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1590","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1590"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1590\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1590"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1590"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/walldorf.gruene-hardt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1590"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}